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Bildungsfahrt „Wir wollen nicht vergessen“: Geschichte erleben, Verantwortung tragen

Foto Eingangstor - F. Böttcher
Datum:
4. Sept. 2026
Von:
Susanne Mülhausen

Bad Kreuznach/Kirn.

Eine Woche voller Begegnungen, bewegender Eindrücke und wichtiger Erkenntnisse: Im Rahmen der Bildungsfahrt „Wir wollen nicht vergessen“ der Fachstelle Jugend im Visitationsbezirk Koblenz/Bad Kreuznach und der Jungen Nahe Kirche des Pastoralen Raumes Idar-Oberstein begaben sich 14 junge Menschen vom 31. Juli bis 7. August 2026 auf eine Reise zu Orten deutscher Geschichte, die bis heute mahnen und herausfordern.

 

Nach einem ersten Aufenthalt in Dresden, an dem die Gruppe Stationen jüdischen Lebens in Dresden aufsuchte und sich näher kennenlernte, führte die Fahrt nach Oświęcim (früher Auschwitz). Von dort ging es erst mal am nächsten Tag nach Krakau. Besuche der Remuh-Synagoge, des jüdischen Friedhofs, des ehemaligen Ghettos, des Lagers Plaszow und der Schindler-Fabrik machten Geschichte eindrucksvoll und greifbar.

 

Den emotionalen Höhepunkt der Reise bildeten die folgenden Tage, die die Besuche des Museums Auschwitz und des Vernichtungslagers Birkenau auf dem Programm hatten. Die Teilnehmenden standen an Orten, an denen Millionen Menschen entrechtet, gequält und ermordet wurden. Führungen und Workshops ermöglichten einen tiefen Einblick in die Schicksale der Opfer und machten das unfassbare Ausmaß der nationalsozialistischen Verbrechen deutlich. Besonders die Kunstwerke ehemaliger Häftlinge eröffneten neue Zugänge zur Erinnerungskultur und zeigten, wie Menschen selbst unter unmenschlichsten Bedingungen ihre Würde bewahrten.

Die Reise machte deutlich: Erinnerung ist keine Frage der Vergangenheit allein, sondern ein Auftrag für die Gegenwart und Zukunft. Die sichtbaren Spuren von Millionen Besucherinnen und Besuchern, die die abgenutzten Treppenstufen im Museum erkennen lassen, stehen sinnbildlich für den gemeinsamen Willen, die Opfer nicht zu vergessen und den Schrecken der NS-Zeit lebendig im Bewusstsein zu halten.

 

Zum Abschluss der Fahrt nutzten die Jugendlichen die Gelegenheit, ihre Erfahrungen miteinander zu teilen und zu reflektieren. Dabei galt ein besonderer Dank den Organisatoren Susanne Mülhausen und Michael Michels, die mit großem Engagement diese Bildungsreise ermöglichten. Ihr Einsatz trägt dazu bei, jungen Menschen historische Bildung, gesellschaftliche Verantwortung und eine lebendige Erinnerungskultur nahezubringen.

Die Bildungsfahrt hat eindrucksvoll gezeigt: Wer die Vergangenheit versteht, kann Verantwortung für die Zukunft übernehmen. Erinnern bleibt deshalb wichtiger denn je.